Der QPadel F100 ist das Einsteigermodell der deutschen Marke QPadel. Wir haben den Schläger vom Hersteller zu uns zum Testen zugeschickt bekommen und ausgiebig getestet sowie mit anderen Schlägern im Sortiment verglichen. Lest unbedingt weiter, um zu erfahren was dabei herausgekommen ist.
QPadel ist eine junge Marke aus Niedersachsen. Dahinter steht die X-tradinghouse GmbH aus Uetze bei Hannover, das Sortiment ist bewusst klein gehalten mit einem Fokus auf Qualität, wie es der Name andeutet: vier Schläger für Erwachsene, zwei für Kinder, etwas Zubehör.
Der F100 ist davon der günstigste Erwachsenenschläger. Im Handel läuft er teilweise als „Flow F100“, weil Flow die Einsteigerlinie der Marke bezeichnet. Es ist derselbe Schläger, gleiche Artikelnummer, gleiche EAN (European Article Number).
Der Schläger kam Anfang Oktober direkt von QPadel zu uns nach Hause, wohlgemerkt ohne Vorgaben, was wir schreiben sollen.
Erster Eindruck beim Auspacken: schwarzer Rahmen, ein ausgewaschenes Gelb als Akzent, großes Q auf der Schlagfläche. Wir haben den Lack unter der Lampe angeschaut, mit dem Finger über die Kanten gefahren und die Löcher gegen das Licht gehalten. Keine Grate, keine Lacknasen, keine schief gebohrten Löcher. Für knapp 70 Euro sieht das nach mehr aus, als man erwartet. Uns wurde auch vom Hersteller mitgeteilt, dass die Schläger in der gleichen Fabrik hergestellt werden wie die hochwertigsten Schläger auf dem gesamten Padel-Markt.
Technisch ist er genau das, was ein Einsteigerschläger sein sollte. Runde Form, Balance Richtung Griff, Fiberglas im Rahmen und auf der Schlagfläche, EVA-Kern (Schaumstoff-Kern) mittlerer Härte, 360 Gramm. Keine Carbon-Versprechen, keine Schnickschnack.

Vorteile
- Großer, zentraler Sweetspot wegen runder Form
- Grifflastige Balance macht Schläger wendig am Netz
- Weiches, armschonendes Spielgefühl durch Fiberglas sowie Schaumstoff-Kern
- Mit 360 g spürbar leichter in der Hand als unsere 365-g- und 370-g-Testschläger
- Saubere Verarbeitung ohne Lackfehler oder Beulen
- Faire 69,95 € direkt vom Hersteller, Versand aus Deutschland (zum Zeitpunkt Veröffentlichung)
- Konzipiert in Deutschland, deutsche Brand
Nachteile
- Sehr wenig Eigen-Power, Tempo sollte man selbst mitbringen
- Glatte Oberfläche, wenig Unterstützung für Spin
- QPadel nennt keinen Balancepunkt noch Rahmenprofil offiziell
- Junge Marke ohne Langzeiterfahrung zur Haltbarkeit

Technische Daten
Der F100 ist komplett aus Fiberglas aufgebaut, Rahmen als auch die Schlagfläche. Carbon kommt nirgends am Schläger vor. Das sorgt für ein weiches, nachgiebiges Gefühl, das Einsteiger meist als angenehm empfinden und erklärt gleichzeitig, warum er bei Power und Rückmeldung zurückhaltend bleibt.
Die 360 Gramm haben wir auf der Küchenwaage nachgemessen, unser Exemplar lag innerhalb der vom Händler angegebenen Toleranz von plus/minus 10 Gramm.
| Gewicht | 360g (±10 g, von uns nachgewogen) |
| Kopfform | Rund (Sweetspot zentral und groß) |
| Balance | Grifflastig (Bottom Balance) |
| Rahmenprofil | Vom Hersteller nicht ausgewiesen |
| Oberfläche | Fiberglas, glatt lackiert |
| Kern | EVA Medium (mittelhart, dämpfend) |
| Struktur | Glatt, keine Rauhtextur |
| Farbe | Schwarz / Washed Yellow |
| Spielerlevel | Einsteiger und Freizeitspieler |

Handling
Wir haben den F100 im direkten Wechsel mit dem Wilson Carbon Force C gespielt, der mit 365 g und mittiger Balance fast gleich schwer ist. Der Unterschied ist trotzdem sofort da: Der F100 fühlt sich in der Hand leichter an, weil das Gewicht näher am Griff sitzt.
Am Netz lässt er sich schnell drehen, bei Volleys gibt es kein Kippmoment nach vorne. Genau das brauchen Einsteiger, die den Ball noch nicht jedes Mal dort treffen, wo sie wollen.
Vibrationen kommen kaum an. Das Fiberglas schluckt den Großteil, der mittelharte EVA-Kern den Rest. Wer schon einmal Probleme mit dem Ellenbogen hatte, ist hier deutlich besser aufgehoben als bei einem harten Carbon-Schläger wie dem Babolat Technical Viper 3.0, den wir auch schon getestet haben.
Das Griffband sitzt straff und ist nicht zu dick, ein Overgrip passt problemlos drüber. Ein Rahmenschutz fehlt ab Werk, das sollte man beim Bestellen direkt mitdenken. Wir haben diesen vom Hersteller auch gleich mit dazubekommen freundlicherweise.
Für Umsteiger vom Tennis ist das Handling angenehm, weil sich der Schläger eher wie ein kurzer, leichter Schläger anfühlt und nicht wie ein Brett mit Kopfgewicht.
Fortgeschrittene werden die Grifflastigkeit dagegen schnell als Grenze spüren. Beim Bandeja-Schlag fehlt der Hebel, im Rückraum muss mehr aus dem Körper kommen. Das haben wir nach einer Stunde deutlich gemerkt, als wir zurück zum Carbon Force C gewechselt sind.

Power
Power ist nicht das Thema dieses Schlägers und QPadel verkauft ihn auch nicht so. Es ist schließlich ein Einsteigermodell. Runde Form, Balance am Griff und weiches Fiberglas nehmen jedem Schlag ein Stück Energie heraus.
Der Ball verlässt die Schlagfläche kontrolliert, aber nie explosiv. Für ein Einsteigerspiel mit viel Lob und Aufbau reicht das völlig.
Der Smash gewinnt meist keinen Punkt von allein. Der EVA-Medium-Kern gibt etwas mehr zurück als die ganz weichen Schäume, man muss den Schläger also nicht komplett tragen.
Im Vergleich zum Wilson Blade Team v2, ebenfalls Fiberglas, fehlt dem F100 die Power von der Grundlinie. Der Blade hat 10 Gramm mehr und sitzt ausgeglichener, das merkt man beim Durchschwingen.
Wer schon jetzt weiß, dass er über Härte und Tempo punkten will anstatt über Kontrolle, ist beim F100 falsch. Dafür wäre schon in derselben Preisklasse ein Tropfenschläger mit härterem Kern die leicht bessere Wahl.
Sweetspot
Die runde Form legt den Sweetspot klar in die Mitte der Schlagfläche und dadurch ist der Fläche für den Sweetspot auch reicht groß. Beim F100 ist das deutlich spürbar: Auch Treffer etwas unterhalb oder seitlich der Mitte kommen noch brauchbar zurück, statt sich tot anzufühlen.
Wir haben das bewusst provoziert und den Ball absichtlich am Rand der Schlagfläche getroffen. Der F100 verzeiht das ähnlich gutmütig wie der HEAD Vibe, der bei uns bisher die Referenz für einen großen Sweetspot in dieser Klasse war.
Das ist der eigentliche Grund, warum wir ihn vor allem Einsteigern empfehlen. In den ersten Monaten trifft man selten dort, wo man will und ein Schläger, der das verzeiht, nimmt Frust aus dem Spiel.
Die glatte Oberfläche passt zu diesem Konzept. Sie gibt dem Ball wenig Angriffsfläche für Spin, dafür bleibt das Verhalten berechenbar.
Wer später viel mit Schnitt arbeiten will, wird irgendwann eine raue Oberfläche vermissen. Für den Anfang stört das jedoch überhaupt nicht.
Preis-Leistung
Der F100 kostet beim Hersteller zum Zeitpunkt des Tests 69,95 €, im deutschen Fachhandel liegt er auf demselben Niveau, bei Amazon ist er ebenfalls auf dem Niveau gelistet. Versand aus Deutschland in 1 bis 3 Werktagen und ab 75 € Bestellwert kostenlos.
Wer direkt ein Overgrip oder ein Schutzband dazulegt, spart also die Versandkosten. Das wäre ein kleiner Tipp von uns am Rande.
Für das Geld bekommt man einen sauber verarbeiteten Fiberglas-Schläger, der genau das tut, was er soll.
Die Konkurrenz in dieser Preisklasse ist groß. NOX, Adidas und HEAD haben alle Einsteigermodelle zwischen 60 und 80 Euro, teilweise mit deutlich mehr Markenerfahrung im Rücken. Und der Siux Diablo Go 4, unser Preis-Leistungs-Sieger, bringt für wenig Aufpreis auch Carbon mit.
QPadel punktet dafür mit deutscher Konzeption und Made in Germany Brand, Kontrolle im Schlag, direktem Draht zum Hersteller und einem Design, das nicht nach Billigschläger aussieht.
Wenn du deinen ersten eigenen Schläger suchst und Kontrolle wichtiger ist als Härte, ist er sein Geld wert. Einen Überblick über die Preisklasse gibt unsere Liste der Padelschläger unter 100 Euro.

Alternativen
| Modell | Kopfform | Balance | Oberfläche | Zielgruppe |
|---|---|---|---|---|
| HEAD Vibe | Rund | Ausgeglichen | Fiberglas | Allrounder und Einsteiger |
| Wilson Optix V2 Lite | Rund | Grifflastig | Fiberglas | Einsteiger und Damen |
| Wilson Blade Team v2 | Rund | Ausgeglichen | Fiberglas | Fortgeschrittene Einsteiger |
| Siux Diablo Go 4 | Tropfen | Leicht kopflastig | Carbon | Preis-Leistungs-Käufer mit Ambition |
Alle vier Schläger haben wir selbst getestet, deshalb können wir sie direkt einordnen.
Wer ein ähnliches Konzept von einer bekannten Marke will, findet im HEAD Vibe den direkten Gegenspieler mit etwas mehr Power und ausgeglichener Balance.
Der Wilson Optix V2 Lite ist der engste Verwandte. Ebenfalls rund und grifflastig sowie aus Fiberglas, nur ein Stück leichter.
Wer bereits sauber durchschwingt und einen Tick mehr Stabilität sucht, ist beim Wilson Blade Team v2 richtig.
Und wer nur wenig mehr ausgeben und direkt Carbon haben will, sollte sich den Siux Diablo Go 4 anschauen. Alle Modelle findest du auch in der Bestenliste der besten Padelschläger.




